Berger Modellbau, Göttingen

Praxisversuche

Theorie zum Gleisbau ist schön und gut aber die Praxis bringt dann doch mehr Klarheit.
Ich habe mit meinen bescheidenen Mitteln ein Muster des Oberbau K gebaut, hier eine Rp 16 wie sie im Weichenbau verwendet wird.

Das obere Foto zeigt die Einzelteile: Rp 16, zwei Klemmplatten Kpo 6, zwei bearbeitete M1-Schrauben, zwei Muttern M1, vier U-Scheiben als Federscheibenersatz Fe 6, vier Schwellenschrauben Ss 5 und eine Zwischenlage Zw 8 (eigentlich Pappelholz 5 mm, hier Karton ca. 0,2 mm).

Die Platte und die Klemmplatten habe ich aus Automatenstahl gefräst, Schrauben, Muttern und U-Scheiben sind Ms-Normteile, die Schwellenschrauben entstammen dem Angebot von HEGOB.

Die Rippen haben eine Aussparung als Widerlager für die Hakenschrauben. Bei diesem Muster habe ich die 1 mm-Fräsung händisch erweitert, wie man ja auch an den Bearbeitungsspuren erkennen kann. Für die Serienfertigung müsste ein Sonderfräser angefertigt werden, was natürlich kostenintensiv ist. Alternativ könnten die Schrauben auch von unten durch die Platte eingeführt werden. Die darf man dann beim Einbau der Rippenplatten nur nicht vergessen.
Die Mutter hat eine Sw von 1,6 mm, weicht gegenüber der Vorbildschlüsselweite von 39 mm also um -0,13 mm ab. Die Höhenabweichung gegenüber dem Original ist mit 0,02 mm zu vernachlässigen.
Die für das Foto genutzten U-Scheiben lassen mich mit dem Gedanken spielen, solche doppelten U-Scheiben als Ersatz für die Federringe zu nehmen. Hier haben sie einen Durchmesser von 2,3 mm und sind bei den von mir gemessen Exemplaren zwischen 0,26 und 0,3 mm dick.
Die Originale sind 45 mm im Durchmesser und haben eine Materialstärke von 6 mm. Toleranzen bei der Materialstärke sind kaum zu vermeiden, die Richtgröße sollte 0,27 mm sein.
Der Durchmesser von umgerechnet 2,0 mm müßte ein wenig der etwas zu kleinen DIN-Mutter angepaßt werden: 1,9 mm und die Bohrung sollte sehr maßhaltig sein, damit die Scheiben nicht wie auf dem Foto gegeneinander verrutschen können.

Was die Schwellenschrauben angeht, warte ich noch auf eine Eingebung.

Für die Komponenten ist das Material meiner Wahl: Stahl. Der hier verwendete Automatenstahl lässt sich mindestens so gut bearbeiten wie Messing, hat auch bei dünnwandigen Teilen eine hervorragende Festigkeit und: es rostet so schön, was bei der Patinierung der Gleisanlagen hilfreich sein kann.

Das gilt eigentlich auch für die Schienenprofile. Da ich im Funkbetrieb mit Akkus fahren will (Köf II), sind mir die elektrischen Qualitäten der Profile egal. Dafür böten Schienen aus Stahl schöne vorbildentsprechende Laufflächen und nicht die leicht gelbstichigen von Neusilberprofilen.
Dazu kommt noch, dass die Zungenprofile, die Vollschienen für das Weichenherzstück und die Radlenker angefertigt müssen. Neusilber in Fräsqualität ist in der Regel noch etwas gelber als die gezogenen Profile. Mit Stahlprofilen würde die Optik nur gewinnen.
Mal sehen ob sich da nicht was machen läßt.

Muster 1

Muster 1

Muster 2

Muster 2