Berger Modellbau, Göttingen

Das Fahrzeug meiner Wahl ist bahnmeistereitypisch: eine

Köf II

genauer: die 323 295-6 des Bw Gelsenkirchen Bismarck, die in der Bm Mdo ihren Dienst versieht.
Das Vorbild war zeitweise der Bm Recklinghausen-Ost zugewiesen, somit ist in meiner fiktiven Welt auch da etwas Vorbildtreue gewahrt.

Die Maschine wurde 1960 bei O&K unter der Fabriknummer 26081 gebaut und bei der DB zunächst als Köf 6674 geführt. Meine kleine Dioramenwelt wird zu Beginn der Siebzigerjahre spielen und deshalb fährt die Kleinlok mit EDV-Nummer.

Ich habe leider keine eigenen Originalfotos der Lok, für fremde Fotos wurde mir trotz mehrmaliger Nachfrage keine Wiedergabe genehmigt. Dann müsst Ihr eben hier nachsehen.

Als kleiner Junge haben mein Bruder und ich wahrscheinlich mehr Zeit an der Bahnschranke in Hörstel verbracht als sonstwo. Egal ob gegen 11 Uhr der Holland-Skandinavien-Express mit seiner 01.10 durchdonnerte oder lange Güterzüge, wir waren da und haben die Wagen gezählt. Manchmal wurde die Schranke aber auch nur für die dort eingesetzte Köf heruntergelassen, die mit einem Wagen zurücksetzen musste um einen Anschließer zu bedienen.
Die Kleine, die von den Dorfbewohnern allgemein Teckel Anton genannt wurde, faszinierte mich irgendwie und weil sie immer da war und dann und wann auch still stand, konnte ich sie immer wieder genau betrachten. Dass eine Lokomotive mit einer Fahradkette fährt, war mir damals unbegreiflich.
Offensichtlich hat sich die Bauart tief genug in mir festgesetzt, dass ich immer wieder mit dem Nachbau geliebäugelt habe. Selbst später, als die Modellbahnindustrie in der Lage war, solch kleine Loks anzubieten wirkte der Virus noch. Nach reichlicher Beschäftigung mit der Bauart könnte ich als penetranter Nietenzähler wahrscheinlich 99% aller Köfmodellbesitzer ziemlich nerven, wenn ich ihnen zeige, was da alles nicht stimmt.

Die Einheitskleinlok der Leistungsgruppe II haben in dem Beschaffungszeitraum von 1933 (Kb 4065) bis 1965 (Köf 6835) vielerlei Veränderungen erlebt. Ich spare mir hier die technikhistorische Abhandlung, nur soviel sei zu der Bauserie 1960 bzw. zum Zustand um 1970 gesagt:

  • geschweißter Rahmen
  • verstärkte und deshalb höher gesetzte Tragfedern mit 10 Blättern
  • auf 25 mm verstärktes Stirnblech
  • wegen Änderung des Kettenantriebs wurde der Achsstand auf 2500 mm angepasst
  • drei runde Ausschnitte für die Wartungsdeckel des Auspuffschalldämpfers im Stirnblech
  • Druckluftbremse Bauart Knorr K indirekt mit verstärktem Bremsgestänge
  • vergrößerter Kraftstoffbehälter, 200 l
  • teilweise engeres Nietbild am Führerstand

Damit sind nur einige der offensichtlichen Details genannt, mehr Informationen bietet der zur Zeit nur noch antiquarisch erhältliche Band Die Einheitskleinlokomotiven des EK-Verlags.

Das Modell ist noch im Bau. Von Zeit zu Zeit werde ich Fotos von fertigen und unfertigen Bauabschnitten zeigen.
Ich habe vor vierzig Jahre Originalpläne der Lg II bekommen und habe mich in der Zeit immer wieder mit der Umsetzung ins Modell beschäftigt (nichts zeigenswertes). Die wesentliche Erkenntnis dieser langen Jahre ist, dass gerade bei Kleinigkeiten das Begreifen des Sinns von Bauelementen wichtig ist. Wie bewegt sich was? Warum wird diese Schraubverbindung, dieser Bolzen durch Splinte gesichert? Mir erleichtert das Begreifen, Verstehen die Modellkonstruktion erheblich,und verleitet mich dazu beim Nachbau mehr und mehr ins Detail zu gehen.

Einen detailierten Baubericht, die verwendeten Techniken, Gelungenes und Fehler findet Ihr im Buntbahnforum .

Hier findet Ihr die Dokumentation des Baufortschrittes: